Schming und weg

Elephant day is here!

Um ehrlich zu sein, war ich längere Zeit zwiegespalten, ob ich diese Aktivität wirklich machen wollte. Völlig klar war, dass Reiten nicht infrage kam. Aber auch bei den Angeboten für die Besuche von verantwortungsbewussten Camps, die tatsächlich Elefanten aus schlimmen Bedingungen freikaufen und ihnen einfach nur ein gutes Leben geben wollen, war ich erst einmal skeptisch. Zum einen glaubte ich nicht, dass man das als Besucher beurteilen kann, ob die Tiere es wirklich gut haben, zum anderen irritierte mich, dass jede Gruppe mit den Elefanten ein Schlammbad machen und schwimmen würde (?) – das kam mir im Vorfeld doch arg wie eine Touriattraktion vor, bei der die Tiere mitmachen müssen.

Aber nachdem wirklich jeder, mit dem wir sprachen, sich lobend über das Elephant Jungle Sanctuary geäußert hatte und durch die Travel buddies so ein Gruupending daraus wurde, war ich gespannt, mir einen eigenen Eindruck zu verschaffen und stieg mit Davina, Jesse und Coco auf einen dieser lustigen Taxi-Trucks (die mich nicht zum Tempel fahren wollten), bei denen zwei Sitzbänke gegenüber liegen. Sechs andere Elefantenjünger saßen da schon erwartungsvoll, aber tatsächlich galt es erstmal mal die Fahrt dorthin zu überstehen – 1 1/2 Stunden teils sehr kurvenreiche, holprige Strecke, aber mit einer Pause. Meine Travel buddies litten ganz schön, ich hingegen stellte mal wieder fest, dass ich mit sowas tatsächlich ganz gut klarkomme.

Über Stock und Stein und Bambusbrücken, die garantiert keine Sicherheitszertifizierung überstanden hätten, unser Gewicht aber gerade so aushielten, ging es zum etwas abgelegen gelegenen Elefantencamp 8 (von 8), wo Yoed und Det, unsere Guides, uns bereits erwarteten. Auch die Dickhäuter standen schon teils in Sichtweise und schien sich auf dem Gelände recht frei bewegen zu können. Schon mal gut! Yoed erzählte uns – in teils recht holprigem Thai-Englisch – einiges zu Elefanten generell und dem Camp im Speziellen. Gemerkt habe ich mir, dass die Jumbos tatsächlich 200 – 300 kg Futter am Tag benötigen und eigentlich hauptsächlich mit Futtern beschäftigt sind. Und genau hier kamen wir erstmals bei unserer Interaktion mit den Tieren ins Spiel: Bananen füttern. Dafür bekam jeder ein traditionelles Karen-Oberteil, einfach, weil die Elefanten daran gewöhnt waren, dass Menschen in diesen schicken Outfits sie mit leckerschmecker Bananen füttern würden und wir es so leichter haben würden.


Ich muss gestehen, dass ich schon ordentlich Respekt vor den großen Tieren hatte und zwar vorsichtig jedem Rüssel, der wollte, eine Banane gab, aber im Gegensatz zu anderen Gruppenteilnehmern eine Weile brauchte, bis ich in näheren Kontakt gehen konnte. Det war so Typ Animateur vor dem Herrn, nahm meine Kamera und schob mich neben einen Elefanten mit den fröhlichen Worten „Kiss! Kiss! Don’t move!“ Schmatsch! hatte ich Jumbos feuchte Rüsselspitze im Gesicht. Ja, ähm, wow, Elefantenküsse finde ich dann doch eher bah…. Aber hallo, näherer Kontakt mit den Tieren – buchstäblich „in your Face“ 😀 Generell machte es total Spaß, aber es war nicht so einfach,gute Fotos zu machen oder an die Elefanten ranzukommen, da die Gruppe doch ein wenig groß war.



Nach dem Füttern schmissen sich diejenigen, die wollten, in Badesachen und Yoed versuchte, uns in die richtige Stimmung zu bringen. „Welcome to the Elephant Jungle Sanctuary – let’s get dirty!“ war der gewünschte Schlachtruf. Und ab ging es ins Schlammbad, Elefanten und uns selbst so richtig dreckig zu machen. Wer sich hier zurückhielt, wurde schnell von den Elefantencamp-Leuten nassgespritzt oder mit Matsch beworfen. Sobald man sich darauf einließ, ein Riesenspass und fast ein wenig kurz – ehe wir so richtig in Fahrt kamen, wurden die Dickhäuter auch schon wieder weggeführt. Auch hier wirkte alles auf mich sehr natürlich, keine Stöcke oder Ketten oder irgendwas, was Zwang immerhin implizierte.

Der Anlass rechtfertigt auch Fotos im Badeanzug 😉

Die nächste und letzte Station war der Fluß, wo der Schlamm entsprechend wieder abgewaschen werden sollte. Und hier hatte ich echt den meisten Spaß, wenn auch das Wasser auch verflixt kalt war. Aber das war bei den wilden Wasserschlachten zwischen Campcrew, den Elefanten und uns schnell vergessen. Und ich hatte hier tatsächlich auch am meisten das Gefühl, dass die Dickhäuter das Ganze total genossen. Einer legte sich im Wasser vor uns auf die Seite und ließ sich von uns streicheln und bespritzen, wobei er wohlig die Augen verdrehte. Das war wirklich ein großartiges Erlebnis und wir waren den Tieren so wirklich sehr nah. Diese ganze Badenummer musste ich tatsächlich selbst erleben, um sie verstehen zu können.
Nach einer Gemeinschaftsdusche (und einem hastigen Umziehen und Trockenrubbeln in einer nicht besonders anheimelnden Toilette) gab es noch den Standard-Lunch und wir hatten noch etwas Zeit zum Relaxen. Yoed, der quirlige Guide, erklärte uns noch, dass die Fotos, die die beiden Fotografen des Camps den ganzen Nachmittag gemacht hatten, möglichst bald auf der Facebook-Seite des Sanctuary gepostet werden würden. Das fand ich total klasse! Und tatsächlich war es schon am nächsten Tag soweit – ein viel besseres Arrangement als beim Ziplining (die Bilder schlummern immer noch auf der DVD, die ich hoffentlich heil durch Asien nach Hause bekomme).

Ziemlich pünktlich um 18:30 Uhr waren wir wieder in unserer Unterkunft, recht erschöpft von der ganzen Action, aber auch gleichzeitig total high von den Erlebnissen des Tages. Ich buchte mich noch fix auf den gleichen Kochkurs am nächsten Morgen ein, den Coco auch gebucht hatte, und gönnte mir dann ein leckeres Red Curry mit Seafood, bevor es bei den besten Mangoshakes ever (oder zumindest bisher) noch einen gemütlichen Ausklang des Tages mit Davina gab.

Erkenntnis des Tages: So eine GoPro …. (Siehe Ziplining)

Song der Stunde: Travis Tritt – It’s a great day to be alive

Ein Kommentar zu “Elephant day is here!

  1. Vigdis

    Wenn die Elefanten diese Prozedur auch wirklich genießen, dann ist sicher auch alles gut. Es hört sich jedenfalls alles sehr stimmig an. Mittlerweile bist du ja in Laos angekommen ohne Coco und die anderen. Drücke dir die Daumen für die nächsten Erlebnisse. Bussi von den Eltern

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